Vom 10.–18. Februar 2026 wurde Wien zum Treffpunkt für junge Menschen aus Österreich, Zypern, Litauen, Polen und Portugal, im Rahmen des Erasmus+ Youth Exchange ECAPT (Empowerment through Creative Arts and Participation for European Teens). Gastgeber waren wir in den Appartements in der Ferchergasse, und für den Tredu Club war es ein besonderer Schritt: unser erstes Projekt als antragsstellende Organisation. Diese Woche hat uns sehr wachsen lassen – organisatorisch, im Projektmanagement und auch im Vertrauen, dass wir solche internationalen Lernräume schaffen können.

ECAPT stand ganz im Zeichen von Inklusion und Anti-Diskriminierung, jedoch nicht als trockene Theorie. Wir haben mit kreativen Tools, Theatermethoden, Medienkritik, Kunst und erfahrungsbasierten Übungen gearbeitet und Themen wie Rassismus, Sexismus, Ableismus, Klassismus, religiöse Diskriminierung, Identität und Stereotype in Medien gemeinsam reflektiert.

 

Was wir gemacht haben

Tag 1 – Ankommen & Gruppenfeeling

Kennenlernen, Teambuilding und erste Schritte ins Thema: Namensspiele, kreative Übungen und ein „NGO-Markt“, bei dem sich jede Organisation visuell vorgestellt hat. Am Abend gab’s die erste Cultural Night – und das erste echte „Wir“-Gefühl.

Tag 2 – Diskriminierung verstehen & Identität reflektieren

Die Länderteams präsentierten ihre Recherchen zu Diskriminierung und möglichen Lösungen. Danach wurde es persönlich mit der Methode „Identity Flower“ – und am Nachmittag entstanden starke Social-Poster zu verschiedenen Diskriminierungsformen.

Tag 3 – Perspektiven erweitern in der Stadt

Gemeinsamer Kultur-Tag in Wien: Nach einem kurzen Stopp beim Stephansdom ging es ins Jüdische Museum, wo wir über Geschichte, Erinnerungskultur und Menschenrechte reflektiert haben – sehr intensiv und passend zum Projektthema.

Tag 4 – Kunst, Emotionen & Simulation

Am Vormittag wurde experimentell-künstlerisch gearbeitet (Materialien, Texturen, freie Komposition). Danach entwickelten Teams „eigene Länder“ mit Regeln – und verteidigten diese in einer UN-Sicherheitsrat-ähnlichen Simulation zu Inklusion und Anti-Diskriminierung.

Tag 5 – Theatre of the Oppressed & World Café

Mit Theatre of the Oppressed wurden Diskriminierungssituationen gespielt – und die Gruppe konnte aktiv eingreifen, Szenen verändern und Lösungen ausprobieren. Nachmittags ging’s im World Café um Kunst, Macht, Social Media und die Frage, ob Kunst die Gesellschaft verändern kann.

Tag 6 – Barrieren spürbar machen & digitale Stimmen

Der Tag startete mit Erfahrungsübungen zu Vertrauen und Kommunikation (u. a. blind geführt werden) – und zeigte, wie entscheidend klare Sprache und Sicherheit sind. Danach produzierten die Teams Videos und lernten auch Barrierefreiheit praktisch mitzudenken (z. B. Untertitel).

Tag 7 – Erasmus+ Chancen, Youthpass & gemeinsamer Abschluss

Wir schauten alle Projektvideos gemeinsam an, sammelten konkrete Follow-up-Pläne für die Länder und bekamen zum Abschluss die Youthpässe. Danach ging es noch zu einem Wiener Event rund um europäische Tanztraditionen – ein stimmungsvoller Abschluss für eine Woche voller Verbindung.

 

Mehr als Workshops

Die Workshops und Aktivitäten gaben Inhalte und Methoden. Genauso wichtig war die Zeit dazwischen. Beim gemeinsamen Essen, beim Austausch in Kleingruppen und in den Abendprogrammen entstand ein lebendiges europäisches Miteinander. Gleichzeitig wuchs das Verständnis für unterschiedliche Kulturen, Arbeitsweisen und Zeitverständnisse. Viele knüpften Kontakte, aus denen neue Kooperationen entstehen können.

 

Wirkung in der Praxis: Follow up in der Schule

Besonders freut uns, dass ECAPT nicht „nur“ eine Projektwoche war: Julia hat ihre Erfahrungen danach an ihrer Berufsschule präsentiert und das Projekt (inkl. Methoden, Learnings und persönlicher Entwicklung) weitergetragen. Damit sind die Inhalte schon direkt in den Schulalltag gewandert, genau so entsteht lokaler Impact.

Unser Fazit als Tredu Club

ECAPT hat gezeigt, wie stark kreative Methoden sein können, wenn es um schwierige Themen geht: Sie öffnen Türen, machen Perspektivwechsel leichter und stärken junge Menschen darin, hinzuschauen, zu reflektieren und mutig zu handeln. Und für uns als Tredu Club war es ein großer Schritt mit ganz viel Lernkurve, aber auch mit dem guten Gefühl: Wir können das. Und so freuen wir uns, wenn vielleicht wieder ein Projekt in Wien stattfinden wird.

 

 

Wie es weitergeht

Wenn du Lust hast, bei zukünftigen Erasmus+ Projekten dabei zu sein (als Teilnehmer:in oder als Partnerorganisation), dann bleib dran gerne in unserer WhatsApp Community oder melde dich für den Newsletter an, wir planen schon die nächsten Formate.

Vielen Dank für die gute Zusammenarbeit an alle Teilnehmenden und Partnerorganisationen.